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HInwil, 07.05.2017

Frauenpower in Hinwil. Bei der dritten Qualifikationsrunde des «Schweizer Autofahrer des Jahres» im Verkehrssicherheitszentrum Betzholz (Hinwil) nahmen ungewöhnlich viele Frauen teil. Mit der 23-jährigen Virginia Wendel schaffte es sogar eine der Teilnehmerinnen ins Finale.

Es war eine coole und sehr motivierte Truppe, bescheinigt Instruktorin Claudia Seiler am Ende des Tages den Teilnehmern des «Schweizer Autofahrer des Jahres» in Betzholz. TCS-Trainer Daniel Oess und die Experten des Verkehrssicherheitsrates Martin Steffen und Andreas Heer schliessen sich diesem Fazit an. Positiv fielen aber nicht nur die hohe Motivation und das niedrige Durchschnittsalter auf. Darüber hinaus waren mit drei von sechzehn Teilnehmern überdurchschnittliche viele Frauen mit von der Partie. Und die gaben alles: «Alle drei Teilnehmerinnen waren in der engeren Wahl», verrät VSR-Experte Steffen hinter vorgehaltener Hand.

Doch obwohl mit dem Golf GTI ein attraktiver Preis im Finale lockte, ging es den Fahrern nicht in erster Linie ums Gewinnen: «Spass haben und etwas lernen», lautete die häufigste Antwort auf die Frage, warum sie zum Fahrtraining gekommen seien. Dabei sind viele von ihnen «Wiederholungstäter» und haben teils schon mehrere Fahrkurse absolviert. Hinter manchem steckt aber auch hier eine starke Frau: «Mich hat meine Frau angemeldet», gesteht der 40-jährige Dario aus Rüschlikon.

Aufs Glatteis geführt. Nach der theoretischen Einführung ging es erst einmal zur Sitzprobe. Denn gerade beim Crash ist die richtige Sitzposition entscheidend, um Verletzungen zu vermeiden. Nebenbei gab Daniel Oess noch ein bisschen Physikunterricht: «Was meint ihr, auf welches Gewicht eine 1,5 Liter Petflasche bei einem Unfall mit 56 km/h beschleunigt?». Auf die Antwort von 600 Kilo hätte keiner getippt. Bei den Bremsübungen auf nasser Fahrbahn führten die Instruktoren die Teilnehmer ebenfalls buchstäblich auf Glatteis. Gar nicht so einfach, auf Gleitbelag die Geschwindigkeit richtig einzuschätzen, um noch rechtzeitig bremsen oder ausweichen zu können. Claudia Seiler liess ihre Probanden schon mal reinrasseln. Nur eine halbe Sekunde weniger Zeit, um zu reagieren – schon hätte es gekracht: «Das ist in etwa so lange, wie wenn man kurz aufs Handy schaut», gibt sie zu bedenken. Volle Aufmerksamkeit war auch bei der Königsdisziplin gefragt, der Schleuderplatte, die das Heck unkontrolliert ausbrechen lässt. Eine realistische Übung, bei der viele ins Schlingern gerieten.

Gemischtes Finale. Das meiste Feingefühl und die grösste Entwicklung attestierten die Experten am Kursende Virginia Wendel (23), Patrik Roth (39), Stefan Zgraggen (32) und Gilbert Wiher (37), die damit im Oktober im Finale stehen.   

 

Text und Fotos: Michael Lux